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Das Leben in Rosa

Gefühl, Gänsehaut, Genuss: Beim fünften Klassik-2.0-Abend in Berg war am Samstag alles dabei, was ein guter Konzertabend braucht. Der Kerzenschein und die dezente rote Beleuchtung im Marstall sorgten zudem für die Weichheit, die ein Valentinstag verlangt.

Organisator und Musiker Julian Schad hatte nicht zu viel versprochen, als er im Vorfeld sagte, dass auch ungebundene Menschen bei „Klassik 2.0 & Club“ auf ihre Kosten kommen würden. Die Mischung aus besonderer Musik, erstklassigen Musikern und der besonderen Atmosphäre im Marstall wirkte auch auf Singles belebend – und auf die Paare sowieso.

Während die zweite Hälfte des Konzerts in positiven Gefühlen und Romantik geradezu badete, bot die erste Hälfte mit Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 1 op. 15 alle Nuancen einer Beziehung – auch die unangenehmen.

„Fauré hat viel in diese Musik hineingegeben“, sagte Julian Schad und ergänzte: „Sie hieß Mathilde.“ Die Beziehung zwischen Mathilde und Gabriel war offenbar von Höhen und Tiefen geprägt.

Schad an der Violine, François Thirault am Cello, Christian Atanasiu an der Bratsche und die bezaubernde Anjulie Chen am Klavier gaben sich diesen in Noten verpackten Gefühlen hin. Das Klassik-2.0-Quartett bot das Drama bis hin zur Verzweiflung ebenso überzeugend dar wie die von Verliebtheit geprägten lieblichen Passagen.

Das war nicht unbedingt leichte Kost, und das war Schad auch bewusst. Eigentlich ist er mit der Reihe Klassik 2.0angetreten, um die klassische Musik populärer zu machen. Dennoch war er von dem Programm des Abends überzeugt:

„Die zweite Hälfte wird umso eingängiger“, versprach er.